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Bei den Narren daheim

Fasching / Karneval / die närrische Zeit ist womöglich jedem ein Begriff.

Fasching findet nicht nur am Faschingsdienstag statt, es bedeutet monatelange Vorbereitungen, Absprachen und akribisch durchdachte Kalender, wann bei welcher der zahlreichen Faschingsbälle das Erscheinen erforderlich ist.

Eine, die diese Zeit lebt, wie die fünfte Jahreszeit, ist unsere Christine. Sie war so lieb und stand uns für ein Interview zu diesem Thema zur Verfügung (ich als Faschings-Nackerbatzi bin mit dieser Materie nicht sonderlich vertraut).

Gleich vorweg: Nach Fasching ist vor Fasching - die närrische Zeit begleitet einen das ganze Jahr über.


Christine ist der Häuptling ihrer Faschingsgilde.

Bereits während des Jahres schweifen ihre geschulten Blicke durch Gassen, Straßen, Schaufenster. Filme, Serien und das Internet werden durchforstet um herausragende Ideen und gut umsetzbare Verkleidungen zu finden.

Hat sie dann ein paar Themen gesammelt, werden diese in einer Faschingssitzung dann zur Abstimmung gebacht - für das wichtigste Event - den Samstag. Dazu später mehr.

Das Faschingsprogramm zieht sich fast eine ganze Woche lang hin.


Start ist immer am Donnerstag. Dieser Tag wird zu Einstimmung noch eher unspektakulär gefeiert mit dem beliebten „Weiberklatsch“ - Männchen wird zu Weibchen, damit es an den Feierlichkeiten teilnehmen darf. Und Weibchen wird zu noch schönerem Weibchen dank Schminke und Kostüm.


Am Freitag sind der Pfuscherball in Obersdorf und der Sockenball der Freiwilligen Feuerwehr Zauchen die beiden Hauptveranstaltungen.

Und wer jetzt denkt: Zwei Veranstaltungen an einem Abend - auch blöd, der vergisst unsere Heimatverbundenheit.

Die Obersdorfer feiern großteils unter sich, wie auch die Bad Mitterndorfer.


Am Samstag sollten die Feierwütigen dann schon sehr zeitig wieder fit sein. Das legendäre Fan-Turnier, ein Jux-Fußballspiel in der Grimminghalle, beginnt so gegen 10 Uhr. Treffpunkt ist meist aber schon viel früher, damit sich kollektiv schick gemacht werden kann.


Der Sonntag steht im Zeichen des Umzuges.

Beim Gasthof Neuwirth in Zauchen wird gestartet und von dort an begeben sich die Faschingswägen dann ins Ortszentrum - begleitet von der Musikkapelle und dem eingängigen Faschingsmarsch.


Am Montag brechen viele Einheimische ihre goldene Regel und pilgern nach Bad Aussee. Im Kurhaus herrscht an diesem Tag Ausnahmezustand und es vertragen sich ausnahmsweise auch mal die Hinterberger mit den Ausseern.


Faschingdienstag können Zuschauer und stolze Eltern dann die Kleinen bei einem Faschingsumzug bestaunen.

Die Kindergarten- und Schulkinder präsentieren sich in aktuellen Verkleidungen und dürfen sich auch das eine oder andere Späßchen mit den Erwachsenen erlauben.


Und wer am Mittwoch noch unter den Lebenden weilt und wem der Sinn nach Nahrung steht, der besucht selbstredend Kogler’s einmaligen Heringschmauß.

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