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Die Generation 1.0 – Hilda und Johann Kogler

Aktualisiert: 15. Okt 2018




Wie alles begann… Es war einmal vor vielen Jahren, im vergangenen Jahrtausend, ein glückliches Paar, welches ihre Liebe mit der Geburt von drei wunderbaren Kindern krönte. Die junge Maid, als Hilda bekannt, und ihr Mann Johann lebten zu Beginn ihrer Beziehung im Paltental in dem beschaulichen Örtchen Dietmannsdorf bei Trieben. Stets sah man sie arbeiten, immerzu halfen sie anderen. Wenn sie gebraucht wurden, waren sie ohne zu fragen gleich zur Stelle – hilfsbereit und über alle Maßen großzügig könnte man das junge Ehepaar Kogler betiteln. Und genau deshalb, weil sie so gerne arbeiteten, kauften sie sich im Jahr 1952 die Jausenstation Oberascher in Mitterndorf (noch kein „Bad“) und trugen wesentlich dazu bei, dass diese Jausenstation heute in diesem Glanz erstrahlt. Johann Kogler, weitum als Hansl bekannt, war eigentlich bei der Eisenbahn beschäftigt. Der gelernte Bäcker konnte es jedoch nie ganz sein lassen und war deshalb in der Pension Kogler als Koch nicht mehr wegzudenken. Nicht nur die legendären „Schnitzel-Sonntage“ lockten wahrliche Menschenmassen in die gemütlichen Stuben, auch seine Torten und Kuchen waren ein Highlight – wie es heute neudeutsch heißt. Eine kleine Kuchengeschichte dazu: Dort, wo sich der heutige Skiraum des Hotels befindet, war früher der Abgang in einen Keller. Die Stufen hinunter waren sehr schmal und steil. An einem wundervollen Tag, es wurden wie so oft an die 300 Gäste zu Mittag erwartet, schickte Hansl eine fleißige Mitarbeiterin in diesen eben genannten Keller um zwei Torten zu holen. Als sie im Keller stand, eine prachtvoll verzierte Torte in der rechten Hand und eine in der linken Hand fiel sie bei dem Versuch die steile, schmale Treppe hinaufzusteigen rücklinks hinunter und blieb liegen – inmitten der zu Boden gefallenen Torten. Hansl wartete und wartete. Irgendwann schickte er Lisbeth, seine Tochter, um nachzusehen und natürlich um die erwarteten Torten heraufzubringen. Lisbeth stieg hinab in den Keller, über die steilen, schmalen Stufen. Sie nahm eine Torte in die rechte Hand und eine Torte in die linke Hand und fiel bei dem Versuch die steile, schmale Treppe hinaufzusteigen rücklinks hinunter und blieb liegen – inmitten der zu Boden gefallenen Torten. Hansl wartete und wartete. Irgendwann wurde es ihm zu blöd und nachdem er sich kurz verbal erleichtert hatte, stieg er selbst in den Keller um die Torten nach oben zu holen. Hansl stieg hinab, nahm eine Torte in die linke Hand und eine in die rechte Hand. Bei dem Versuch die steile, schmale Treppe hinaufzusteigen fiel er rücklinks hinab und blieb liegen – inmitten der zu Boden gefallenen Torten. Doch anstatt zu schimpfen und zu fluchen fing er laut an zu lachen und die beiden anderen unglücklichen Torten-Hol-Mädchen lachten mit. Seine Frau Hilda, wurde gern "Maaaami" gerufen (oder Großmutter von den Enkeln), war Wirtin mit Leib und Seele. Menschen waren ihr Lebensmittelpunkt und auch in ihrer Pension war es ihr noch immer ein großes Bedürfnis, ihren Besuch zu umsorgen.

Zwischen dem Jahr 1952, in welchem die Jausenstation Oberascher gekauft wurde und 1983, in welchem Hilda dann offiziell in Pension ging, wuchs das jetzt bekannte Hotel Kogler beachtlich. Man kann sich wohl denken, dass man aus einer einfachen Jausenstation nicht von heute auf morgen ein solch schickes Hotel aus dem Boden stampft. Dies bedarf viel Fleiß, Leidenschaft und Engagement für die Sache, die ALLE Koglern zweifelsohne zur Genüge besitzen. In einer „Sonderausgabe“ zu ihrem 80. Geburtstag wurden viele ihrer lieben Freunde, Bekannte und ihre Familie zur Person „Hilda Kogler“ interviewt. Und eines zieht sich wie ein roter Faden durch alle Geschichten ihrer Liebsten: Hilda diskutiert gerne um des Diskutierens Willen. Soll so viel heißen wie: Hilda hatte stets zu allem eine Meinung, die sie gerne mit allen möglichen Leute teilte – ganz gleich ob sie diese kannte oder einfach wild fremde Menschen auf der Straße ansprach. Sobald sie jedoch mitbekam, dass ihr Gegenüber IHRER Meinung war, wechselte sie plötzlich die Seite und war im nächsten Augenblick dann eben anderer Ansicht. Das tat sie schlicht und einfach aus dem Grund, weil sie sich von Herzen gern mit anderen austauschte. Und wir alle wissen: nichts ist langweiliger als ein einseitiges Gespräch, wo einer immer Ja und Amen zu allem sagt. Genau aus diesem Grund kurbelte Hilda Diskussionen dadurch an um die Gespräche in die Länge zu ziehen und die Gesellschaft des anderen noch weiter auskosten zu dürfen. „Der Herrgott hat es gut mit mir gemeint!“… Sie strahlte Zeit ihres Lebens so viel Zufriedenheit aus – ein wertvolles Gut, welches heute oft in Vergessenheit gerät.



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