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Die Geschichte eines Prinzen



Wie ja bereits am Mittwoch erwähnt, wird es heute blaublütig. In der Familie Kogler wuchs ein Adeliger auf – der kleine Prinz (oder auch Prinzi genannt). Wahrscheinlich kennen die meisten den bezaubernden, blonden Jüngling als Robert, den jüngsten Spross von Hilda und Hans Kogler. Der kleine Robert war ein sehr fleißiger Bursche. Zwar nicht immer freiwillig, aber nach ein paar mahnenden Worten von seinen Eltern konnte er meist nicht anders und half dann doch im Gastbetrieb mit – und das bereits im zarten Alter von sieben Jahren. Ob es nun das Abwaschen von schmutzigem Besteck war, die Säuberung des Parkplatzes oder später dann auch das Bedienen der Gäste. Der charismatische Prinz, als Nachzügler der Familie Kogler, war stets der Liebling aller. Als BeLOHNung für die harte Arbeit das ganze Jahr über, fuhren die Eltern, Johann und Hilda, mit den Kindern am Ende der Sommerferien ein paar Tage auf Urlaub. Der Prinz erinnert sich auch an die Kochkünste seines Vaters: diese waren weit über die Grenzen von Bad Mitterndorf hinaus berühmt und keiner konnte seinem Beuschl, Kaiserschmarrn oder Schweinsbraten widerstehen. Auf der Sonnenterrasse und in den drei rustikalen Speiseräumen war reges Treiben, nicht nur an den Wochenenden. In der beschaulichen Pension stiegen sowohl hochrangige Politiker ab, wie auch eine Film-Crew, die sich wochenlang im Hotel einmieteten. Dies brachte dem Hause Kogler schließlich auch den Titel „Akademiker-Haus“. Und wo wir schon beim Thema Essen sind: es mag einigen schon aufgefallen sein, dass der junge Prinz nicht zu den hochgewachsensten zählt (dafür ist er „schön geworden!“ wie er fortwährend betont). Möglicherweise ist dies auf die Ernährung zurückzuführen. Seine ersten Worte waren „Fleisch“ und „Öadöpfün (Kartoffeln)“. Auf die Frage, was er heute essen möchte antwortete er beharrlich: „Fleisch und Ördöpfün.“. Sein kulinarisches Repertoire hat er zum Glück bis heute etwas erweitert und auch ein ganz klein wenig Gemüse darf nun den Tellerrand zieren. Der Prinz hat seine berufliche Karriere nicht in der Gastronomie gemacht. Er war und ist der Denker der Familie und wälzt Tag ein Tag aus Gesetzestexte und bestraft die Sündigen. Er ist der Verfechter des Rechts, ein Manne des Landes: aus dem Prinzen wurde ein Vertragsbediensteter beim Land Steiermark! Und wer ganz genau hinschaut, kann eure Hoheit ab und zu auch durch die heiligen Hallen des Hotel Kogler wandeln sehen…

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