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Na endlich Frau Holle!

Aktualisiert: 9. Dez 2018

Frau Holle! Frau Holle! So kommen Sie doch geschwind! Es wird jetzt wirklich höchste Zeit!“ Goldmarie schaut ins Schlafzimmer, ob Frau Holle vielleicht gerade ein Schläfchen macht – dort ist sie nicht. Sie läuft ins Wohnzimmer, vielleicht sitzt Frau Holle vorm Fernseher und hat sie deshalb nicht rufen gehört – dort ist sie auch nicht.

„Im Keller könnte sie noch stecken!“, denkt Goldmarie bei sich und rennt die Stiegen hinunter. Doch sie findet nur einen leeren Raum, in welchem alle Bettlaken und Polster aufbewahrt werden. Schwer und voll mit den allerschönsten Schneeflocken hängen die Wäscheleinen durch.

„Verflixt, wo kann sie nur sein? Wir müssen es doch schneien lassen! In Bad Mitterndorf warten alle schon so sehnsüchtig auf jede Menge Neuschnee. Ohne den können die Loipen nicht gespurt werden und Skifahren macht auf Naturschnee auch viel mehr Spaß. Außerdem fangen bald die Ferien an, mit welchem Schnee sollen die Kinder dann eine Schneeballschlacht machen oder wohin einen Schnee-Engel zaubern?“

Goldmarie wird langsam nervös. Einen so großen Auftrag hat sie bisher noch nie alleine erledigt und Frau Holle ist wie vom Erdboden verschluckt.

„Ah, jetzt hab ich’s! Sie sitzt bestimmt draußen vor dem Haus in ihrem Schaukelstuhl in der Sonne. Na da kann ich lange rufen, da hört sie mich nie, wenn sie vor sich hin schnarcht.“ Goldmarie spurtet nach draußen und tatsächlich. In eine warme Decke gehüllt sitzt Frau Holle friedlich in ihrem Schaukelstuhl und träumt vom Winter.

Sanft tätschelt Goldmarie der alten Dame auf die Schulter: „Frau Holle, bitte wachen Sie auf. Bad Mitterndorf braucht endlich Schnee. Das schaffen wir nur zu zweit.“

Langsam öffnet Frau Holle ihre Augen. Sie schaut Goldmarie verschlafen an und sagt: „Kindchen, es ist doch noch viel zu früh. Schau wie schön die Sonne noch scheint!“ – „Aber nein Frau Holle, wir haben doch schon den 2. Dezember. Wir müssen uns beeilen. Wir wollen doch keine grünen Weihnachten, oder?“ – „Was??? Der 2. Dezember? Ja Kindchen, dann müssen wir uns jetzt sputen!“.

Frau Holle und Goldmarie gehen zurück ins Haus und holen die Bettlaken und Polster aus dem Keller. Hurtig schaffen sie diese auf den Balkon und fangen mit vereinten Kräften fest an zu schütteln. Und,könnt ihr ihn schon sehen?

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